Weisenstein

0

Die Zukunft gehört der Netzwerkgesellschaft. Doch es sind nicht die Komplizenschaften, die Großes vollbringen, sondern werteverpflichtete Gemeinschaften. Klein, fein und überschaubar haben sie ein Gespür für die Werthaltigkeit ihres eigenen Lebensentwurfes.

Matrixgesellschaften gehören der Vergangenheit an. Wer die Welt von Morgen mit aufbauen möchte, greift auf flache Hierarchien und selbstorganisierende Kleinsteinheiten zurück. Das Hauptmerkmal der Arbeitsbeziehung der Zukunft nennen Soziologen „Komplizenschaft“ – eine Beziehung auf Zeit: effektiv, leistungsorientiert, temporär und vom ewigen Misstrauen begleitet. Denn schon morgen kann das Netzwerk sich ohne einen weiterentwickelt haben und die Funktionen an anderen Knotenpunkte ausgelagert haben.

Wir von Goldene Zeiten Berlin glauben an die Transformationskraft der Netzwerkgesellschaft, sehen jedoch sich neu formierende Gemeinschaften auf Wertebasis als die wahren Leistungsträger der Zukunft.

Diese Erfahrung hat auch The Church of England in den letzten Jahren gemacht: Mitgliederschwund, Finanznot und eine grassierende Glaubenskrise in einer säkularisierten Gesellschaft haben ihr seit den 90er Jahren richtig zugesetzt. Doch gerade in diesem vordergründig schwierigen Umfeld ist wahres Wachstum möglich.

Bereits 2004 veröffentlichte Rowan Williams seine Beobachtungen in dem Buch Mission-shaped Church. Church Planting and Fresh Expressions of church in a Changing Context (2004) .

Seine Erkenntnisse sind nicht nur für den kirchlichen Bereich, sondern für die Organisationsentwicklung von werteverpflichteten Gemeinschaften generell von hohem Nutzwert.

So ist für unsere Arbeit besonders wichtig, dass

  1. es vollkommen neue Ausdrucksformen gemeinschaftlichen Lebens und Arbeitens geben wird, die durchaus sehr stark vom derzeitigen Gemeinschaftsleben und -arbeiten abweichen können,
  2. sogenannten Zellgruppen eine zentrale Bedeutung für eine beziehungsorientierte Arbeit zukommen wird,
  3. die Versammlungen meistens nicht mehr zu herkömmlichen Zeiten und an herkömmlichen Orten stattfinden werden,
  4. das zu bildende Netzwerk zumeist deckungsgleich mit einem bestehenden Netzwerk sein wird,
  5. das größer und vielfältiger ist als die sich neu bildende Gemeinschaft.

Gemeinschaftsbildung, gerne auch Communitybuilding genannt, bedeutet damit zumeist nicht, im luftleeren Raum zu arbeiten, sondern bereits bestehende Gemeinschaften zunächst zu Freunden und dann zu Fans zu machen. Das Werben (gerne auch „Missionieren“ oder „Verkaufen“ genannt) bildet bei dieser Aufbauarbeit eine zentrale Aufgabe.

(Vgl. die deutsche Übersetzung des Buches von Michael Herbst: http://www.a-m-d.de/gemeindepflanzen/download/Mission%20bringt%20Gemeinde%20in%20Form.pdf)

WEITERGEHENDE INFORMATIONEN
Webseite:
www.churchofengland.org
Buch: Rowan Williams, Mission-shaped Church. Church Planting and Fresh Expressions of church in a Changing Context (2004)
Bild: (c) Mr. Marco Jorger. Quelle: www.unsplash.com. Rechte: CC.0

Kommentare ( 0 )

    Leave A Comment

    Your email address will not be published. Required fields are marked *