Alexander Heidemüller. prunkundpracht.

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Brenn, Phoenix, brenn!

Bei sonnigen 22 Grad mache ich mich aus der Goethestraße im Westen Berlins auf den Weg. Es ist 15.39 Uhr. Meine “Things-to-do” an diesem Tag: bis dahin gemeistert. Nun bin ich einige Minuten in Verzug. Ein kurzer verlegener Anruf bei Alexander: “Ich werde mich verspäten.” Doch für ”Alex”, wie ich ihn später nennen darf, kein Problem. “Den Kaffee hab ich sowieso noch nicht aufgesetzt.” Er lacht.

Eine dreiviertel Stunde später bin ich dann vor Ort: Berliner Allee 132, Weißensee. Hier befindet sich das Büro unseres Netzwerkpartners Alexander Heidemüller, Mediengestalter für Digital- und Printmedien. Die Tür geht auf: Ein Schmunzeln fliegt mir entgegen. Ich trete ein, lege meine Klimbims ab, nehme auf der schwarzen Stoffcouch seines Büros Platz.

Auffällig gleich Dreierlei: Die stimmige Einrichtung. Das ästhetische Design seiner Brille. Der angenehme Blick durch das Schaufenster auf den gegenüberliegenden Weißen See – Naturfeeling pur. Unterstützt durch einen Bio-Kaffee: mit Sojamilch und feinstem Rohrzucker. Top! “Mit freundlichen Grüßen von Doja”, lässt mich Alex wissen. “Donja?” frage ich. Der Einstieg für unser heutiges Gespräches war gemacht. Donja ist freischaffende Künstlerin und zugleich Büropartnerin. Die beiden hatten sich in ihren jungen Jahren bereits in Alex’ Heimat Hannover kennengelernt. Nachdem es ihn vor sechs Jahren zum Studium an der cimdata Medienakademie nach Berlin zog, erst einmal in Kreuzberg lebte und arbeitete, teilen sie sich nun schon seit eineinhalb Jahren diese Räumlichkeit, die Teil von Donjas Ladenwohnung ist. Verstanden: Dojas Ernährungsweise hat auf ihn gewirkt. Und als Doja hinzukommt, wird klar: Die Beiden bilden ein geniales Team! Weltoffen und charmant ergänzen sie sich blendend. Doja die Ideenschmiede, Alex das Strukturmonster. Passt! Strukturmonster? Ja, Alex benötigt keinerlei Terminplan. “Meinen Kopf hab ja ich immer bei mir.” Nicht nur aus Zeitperspektive. Seine Äußerungen sind stets sehr reflektiert, zugleich von einem freien Geist gekennzeichnet.

Neben Ehrlichkeit spielt Freiheit für Alex eine besondere Rolle. Im Alltag äußert sich das darin, dass er Projekte – soweit möglich – je nach Stimmung angeht, für eine gewisse Zeit ruhen lässt, andere Dinge macht, Freunde trifft. Letztlich sich aber wieder im richtigen Moment energiegeladen ransetzt und kreativ und akribisch abfeiert – egal von wo. Ob vom Büro, von Zuhause (Prenzlauer Berg) oder vom Weißensee aus. Am Schluss bringt er den Text an die richtige Stelle, das Design zum Brennen. Wie der Phönix aus der Asche! Diesen trägt er sogar auf seinem rechten Arm, nebst Rosen. Und auf die Frage, was es damit auf sich hat, gilt es erst einmal aufzustehen. Raus an die Luft bzw. auf die Terrasse. Klein aber idyllisch fein. Eine Bank bietet sich an. Wir Drei setzen uns. Rauchen eine. Rosen gibt es hier zwar keine, eine Antwort auch nicht, dafür jede Menge anderes Grün. Hier, wie auch auf anderen Grünflächen, in Parks, scheint er sich wohlzufühlen. Vielleicht weil er ursprünglich aus dem ländlichen Nöpke (ca. 45 km von Hannover entfernt) kommt. Wie er zu sagen pflegt: “Aus der Pampa.”

Deshalb zurück will er nicht. Ab und an nach Hause reisen, das findet er schön und ausreichend. Natur, die gibt’s auch in Berlin. Was ihn fasziniert, sind fremde Kulturen. Die sind in Berlin ebenfalls daheim. Reisen ist trotzdem sein großes Hobby. Nach Indien zum Beispiel oder einfach ab und an kurze Städtetrips in Europa. Nun steht Afrika (erneut) auf der Wunschliste. Und wenn’s nicht klappen sollte: Genießt er eben weiterhin die kulturelle Vielfalt Berlins. Apropos Vielfalt: Diese liebt er auch in Bezug auf seine Arbeit. In erster Linie sind es “Startups”, ansonsten Kunden aus den verschiedensten Branchen. ”Abwechlungsreich muss es sein!”

Unser Gespräch findet er auf jeden Fall: “Weltklasse”. In diesem Moment verschwindet die eben noch goldgelbe Sonne hinter einer Häuserzeile. Alex steigt auf sein Rad – natürlich Retro. Ich nehme die Bahn.
Bis morgen dann, bei Goldene Zeiten Berlin im Skype-Chat.

Text: Michael Vongerichten, (c) Goldene Zeiten Berlin
Fotografie: Alina Basakova, (c) Goldene Zeiten Berlin

 

  • Selbstverständlich!




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